Tierversuchsfrei und Vegan

Da ich seit einiger Zeit nur noch tierversuchsfreie Produkte verwende (sowie privat als auch professionell als Make up Artist  in Wien), sind natürlich alle meine Kosmetika cruelty-free. Jedes Make-up das ich anbiete ist auch komplett vegan möglich.

Sind Tierversuche in der EU nicht verboten?

Die kurze Antwort ist ja, seit 2009 sind Tierversuche für kosmetische Inhaltsstoffe in der EU verboten. Der Prozess sollte mit am 11.03.2013 abgeschlossen sein. Aber wie immer, ist das Ganze etwas komplizierter als es scheint.

Erstmal gibt es etwas, das nennt sich die REACH Chemicals Regulation. In dem Chemikaliengesetz steht, dass Tierversuche in zwei Ausnahmen gestattet sind:

  1. Chemikalien die ausschließlich in Kosmetika verwendet werden, bei denen das Risiko besteht, dass Arbeiter diesen im Herstellungsverfahren ausgesetzt werden.
  2. Chemikalien die nicht ausschliesslich in Kosmetika verwendet werden.

Zweitens ist auch in 2021 China immer noch das letzte Land, das Tierversuche an Kosmetika gesetzlich vorschreibt. Ich werde hier von Mainland China reden, denn Hong Kong hat seine eigenen Regelungen.

Wann sind Tierversuche in China gesetzlich vorgeschrieben?

  1. Kosmetika mit speziellen Nutzen (wie Sonnenschutz, Deos, Haarfärbemittel, etc.) die in China hergestellt wurden und in China verkauft werden.
  2. Importierte Kosmetika (die also nicht in China hergestellt wurden) die in Mainland China verkauft werden. Hierzu zählt kein Online Only Verkauf.
  3. Kosmetika ohne speziellen Nutzen, die in China hergestellt werden können eventuell Post-Market Animal Testing ausgesetzt sein, ohne dass die herstellende Marke davon informiert werden muss.

Schon 2019 versprach der Chinesische Premier Li Keqiang, dass bis April 2020 diese Gesetze geändert werden. Leider hat sich das bis heute nicht bewahrheitet.

Große Konzerne, die an Tieren testen:

Es gibt leider auch immer noch Konzerne, die weiterhin an Tieren testen. Dazu gehören zum Beispiel: L’Oreal, Estee Lauder, Procter & Gamble, Clorox, Johnson & Johnson, S.C. Johnson, Colgate-Palmolive, Reckitt Benckiser, Church & Dwight, Unilever, und Henkel.

Colgate-Palmolive haben zugestimmt ihre Regeln schrittweise zu ändern. Das heißt meiner Meinung nach nicht, dass sie cruelty-free sind, es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Manche Konzernen erlauben ihren akquirierten Marken weiterhin ihre ethischen Standpunkte in Sachen Tierversuche zu vertreten. So gehört Too Face und Becca beispielsweise zu Estee Lauder und NYX Cosmetics zu L’Oreal, sie bleiben aber weiterhin cruelty-free.

Ich persönlich verwende auch cruelty-free Marken, die zu Konzernen gehören die nicht cruelty-free sind. Ich denke der einzige Weg etwas in unserer Welt zu erreichen, ist das Geld sprechen zu lassen. Wenn Konzerne also merken, aha der Konsument will tierversuchsfreie Marken, nur dann wird sich auch etwas ändern. Natürlich ist es am besten eigenständige tierversuchsfreie Marken zu unterstützen, aber diese Entscheidung ist jedem selbst überlassen.

Meine Produkte

Ich verwende zum Beispiel:

  • Charlotte Tilbury (nicht mehr cruelty-free seit 2020/2021, bestehende Produkte werden noch aufgebraucht, aber nicht nachgekauft)
  • Hourglass Cosmetics
  • Siân Richards London
  • NABLA Cosmetics
  • RCMA
  • Face Atelier
  • Violet Voss
  • Jeffree Star Cosmetics
  • KVD Vegan Beauty
  • Milk Makeup
  • Urban Decay
  • Danessa Myricks Beauty
  • Anastasia Beverly Hills

und viele mehr.

Das gleiche trifft auf meine veganen Produkte zu. Sie sind natürlich von tierversuchsfreien Marken, allerdings sind nicht alle Produkte dieser Firmen vegan. 

Ich denke dennoch, dass man den Markt gut mitbestimmen kann, wenn man gezielt die veganen Produkte kauft.

Aber sind vegane/tierversuchsfreie Produkte nicht schlechter?

Diese Frage kann ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Vor allem im professionellen Make-up Artist Bereich sind eh die meisten Marken cruelty-free und viele Produkte vegan. Probleme bekommt man hauptsächlich wenn man in der Drogerie kaufen möchte oder von Brands die sehr durch Influencer gehyped werden.

Die meisten Make-up Marken ausgerichtet auf Visagisten, haben nicht das gleiche Werbebudget wie beispielsweise Maybelline, Benefit, Chanel und Co. und auch gar nicht die gleiche Zielgruppe. So kennen viele gar nicht die wunderbaren Produkte auf dem Markt, die ohne Tierleid auskommen, da man nicht jeden Tag damit konfrontiert wird (ob man möchte oder nicht!).

Also genauso wenig wie der Preis die Qualität eines Produkts entscheidet, entscheidet auch nicht die vegane oder tierversuchsfreie Formulierung darüber.

Sollten Sie noch Fragen dazu haben können Sie sich gerne jederzeit bei mir melden!

Maike Make Up Artist Wien – Ihre tierversuchsfreie Visagistin in Wien